»All jene, die zuhören, werden selbst zu Zeugen werden.«

Unter diesem Leitgedanken Elie Wiesels, einem Holocaustüberlebenden, stand das heutige Schulprojekt am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth. Ich selbst besuche derzeit noch die 9. Klasse des MWG’s und habe mich des öfteren über das Thema Holocaust informiert. Im folgenden Artikel möchte ich Sie über das heutige Schulprojekt aufklären.

Einleitend wurde uns das Ziel des Projekts von den beiden Vertreterinnen erläutert, um schon einmal eine grobe Vorstellung zu bekommen. Zunächst hat man uns die Geschichte Elizier Ayalons (geb. 1927 in Polen), der fünf Konzentrationslager durchlebte und 2012 in Jerusalem starb, sehr anschaulich erzählt. Diesen Teil des Tages empfand ich als äußerst ergreifend und rührend, denn da war zu sehen mit welcher Leidenschaft die ehrenamtlichen Helfer*innen bei der Sache sind! Nach einer kurzen Pause durften wir uns eins der fünf Interviews weiterer Zeitzeug*innen durchlesen, um sie anschließend in der Gruppe zu besprechen. Auch sehr interessant war die Geschichte von Chava Wolf (geb. 1932 in Rumänien), die 4 Jahre lang gezwungen war, im Wald zu leben. Heute hört sie immer noch Vögel im Wald zwitschern. Nach einer weiteren ausgiebigen Mittagspause haben wir alle ein Blatt Papier bekommen, um den Zeug*innen unsere Gedanken mitgeben zu können.

Das Arbeitsklima war sehr locker und offen und trotzdem blieb immer noch ein Stück Ernsthaftigkeit. Die knappen sechs Stunden, die wir miteinander verbrachten, waren keineswegs umsonst, sie waren sogar sehr wichtig, denn wenn die Jugend über die Ereignisse der NS-Zeit nichts weiß, wie soll sie dann sagen können »So etwas wollen wir nicht«? Um vielleicht noch einmal zu Elie Wiesel zu gelangen: »All jene, die zuhören, können sich eine Meinung bilden, die das nicht tun können, auch nicht mitreden«, wäre eine mögliche Interpretation. Auch aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, die Leute der Heimatsucher zu unterstützen!

Kevin Lee Kloske, Zweitzeuge

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Was macht ZWEITZEUGEN e.V.?

Wir von ZWEITZEUGEN e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Workshops und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Antisemitismus zu machen. ZWEITZEUGEN e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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