Briefe gegen das Vergessen

Wir möchten gerne etwas zurückgeben und dem Schrecken Positives entgegen setzen. Die Briefe von den Kindern und Jugendlichen an die Überlebenden berühren uns regelmäßig. Wir möchten diese in einem lebendigen, ständig wachsenden Denkmal gegen das Vergessen sammeln.

Inwiefern unsere Arbeit tatsächlich Mitgefühl, Hoffnung und Ermutigung zu tolerantem Handeln bewirkt, haben wir 2014 erstmalig in einer Analyse von 56 Briefen erhoben. In ihren Briefen drücken die Kinder und Jugendlichen fast ausnahmslos (55 von 56 Briefen) ihr Mitgefühl aus. Dieser Ausdruck von Empathie in ganz eigenen Worten ist umso stärker zu werten, als dass die Schüler*innen keine Vorgaben für das Schreiben der Briefe hatten.

Ziel ist es, 100.000 Briefe zu veröffentlichen. Im November 2019 haben wir bereits über 3.500 Briefe verschickt. Natürlich kann jede*r, den*die eine Überlebensgeschichte der Zeitzeug*innen besonders ergriffen hat, einen Brief schreiben. Schick ihn uns zu, wir werden ihn an den*die Überlebende*n senden. Auf diese Weise kann jede*r Teil dieser Mission werden. Bitte beachte dabei, dass wir vorsorglich die Briefe vor dem Weiterleiten auf unangemessene Inhalte sichten müssen.

Schreibe selbst Briefe gegen das Vergessen an die Zeitzeug*innen

Wenn Du jetzt erst einmal gar nicht weißt, was Du in Deiner Mail oder Deinem Brief schreiben willst oder darfst, können wir Dich direkt beruhigen: Formuliere einfach genau das, was Du denkst!

(1) Was Du schreiben kannst: Kinder empfinden diese Aufgabe meist noch ganz frei und schreiben einfach: »Cool, dass du überlebt hast«, oder »Danke für deine Geschichte.« Vielleicht hilft es Dir, genau solch einfache Gedanken niederzuschreiben. Nur Briefe mit Beleidigungen leiten wir nicht weiter. Wenn Kinder und Jugendliche am Ende unserer Bildungsprojekte Briefe an die Zeitzeug*innen verfassen, helfen Ihnen zudem häufig die Fragen: »Was hat Dich an der Geschichte besonders berührt?«, »Was möchtest Du der*dem Zeitzeug*in mit auf den Weg geben?«

(2) Brieflänge: Egal wie lang Dein Brief ist, ob drei Zeilen oder drei Seiten, er wird wunderbar sein und der*die Zeitzeug*in wird sich über jede Reaktion freuen!

(3) Wer bist Du?: Für die Überlebenden ist es natürlich spannend, auf welchem Wege Du von der Geschichte der Person gehört hast und woher Du selber kommst. Manchmal werden wir auch gefragt, wie alt der*die Briefeschreiber*in ist.

(4) Ansprache: Ansprechen kannst Du den*die Zeitzeug*in auf verschiedene Weise. Kinder sind auch hier sehr frei und wir freuen uns, wenn Du den Brief so verfasst, wie Du dich wohl fühlst. Schreibe ihn*sie mit Nachnamen oder Vornamen und Sie oder Du an.

Du kannst deinen Brief als Text in einer Mail oder gescannt im Anhang der Mail an uns senden (briefe@zweitzeugen.de) oder Deinen Brief per Post senden an: ZWEITZEUGEN e.V., Postfach 1880, 32218 Bünde.

Wichtige Hinweise: Bitte stecke den Brief nicht in einen Extra-Umschlag, wir schauen uns die Briefe an, um unsere Zeitzeug*innen vor unangemessenen oder beleidigenden Formulierungen zu schützen. Bitte habe auch Verständnis dafür, dass die Zeitzeug*innen nicht jeden erhaltenen Brief beantworten können.

Was macht ZWEITZEUGEN e.V.?

Wir von ZWEITZEUGEN e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Workshops und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Antisemitismus zu machen. ZWEITZEUGEN e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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