»Erinnern für die Zukunft« – HEIMATSUCHER e.V. (heute ZWEITZEUGEN e.V.) mit dem Zukunftspreis 2016 der Israelstiftung ausgezeichnet

Düsseldorf, 22.11.2016. Der Verein HEIMATSUCHER e.V. (seit Juni 2020 ZWEITZEUGEN e.V.) erhielt am heutigen Abend den Zukunftspreis 2016 der Israelstiftung in Deutschland. Mit diesem Preis zeichnet die Stiftung Initiativen und Menschen aus, die eine besondere Beziehung zu Israel und seinen Bürger*innen haben und sich für das Erinnern an die Ursachen und Folgen des Holocaust einsetzen.

Unser Verein führt regelmäßig Schulprojekte durch und macht auf diese Weise bereits Kinder ab der 4. Klasse und Jugendliche zu Zweitzeug*innen, wie der Verein sie bezeichnet. Somit werden sie ermutigt, die Geschichten der Holocaust-Überlebenden weiterzutragen. Auch in Ausstellungen und Unternehmen erzählen die jungen Zweitzeug*innen des Vereins aktiv die Geschichten der Holocaust-Überlebenden und setzen sich so gegen das Vergessen und jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung ein. Eine Aufgabe, die in einer Zeit stärker werdenden Rassismusses und im Hinblick darauf, dass die Überlebenden selbst irgendwann nicht mehr ihre Geschichte werden erzählen können, immer wichtiger wird.  Mit seinem persönlichen Ansatz in der Bildungsarbeit ist der Verein in der deutschen Erinnerungskultur und Bildungslandschaft einzigartig und wurde im Juni 2016 mit dem start social-Sonderpreis der Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgezeichnet.

»Die Auszeichnung der Israelstiftung in Deutschland ist für uns eine große Ehre. Wir fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt und angespornt, gerade weil dieser Preis so selten vergeben wird.«, so Katharina Müller-Spirawski, Vorstandsmitglied des Vereins.

Der Festakt zur Preisverleihung fand im Landtag NRW statt, zu dem die Landtagspräsidentin Carina Gödecke und die Israelstiftung geladen hatten. Laudatorin war Christina Rau, Witwe des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und selbst erste Preisträgerin des Zukunftspreises in Deutschland. Noch heute setzt sie sich tatkräftig um  deutsch-israelische Beziehungen ein.

Was macht ZWEITZEUGEN e.V.?

Wir von ZWEITZEUGEN e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Workshops und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Antisemitismus zu machen. ZWEITZEUGEN e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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