Zweitzeug*innen4future

Es entsteht ein nachhaltiges digitales Angebot für Kinder und Jugendliche, das sie ermutigt und befähigt, an den Holocaust zu erinnern und als Zweitzeug*innen für eine offene und tolerante Gesellschaft einzutreten.

Über das Projekt

Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, Zweitzeug*in zu werden. Aktuell ist dies jedoch nur für diejenigen möglich, deren Lehrer*innen oder Betreuer*innen einen Workshop beim Verein buchen. Dies soll das digitale Projekt »Zweitzeug*innen4future« ändern: Auf einer kostenlosen, frei zugänglichen Plattform wird das Konzept des Vereins und passend dazu entwickeltes Begleitmaterial digital angeboten. Auf diese Weise kann der Verein effektiv Chancengleichheit unterstützen, mehr Kinder und Jugendliche erreichen und Hand in Hand mit der bestehenden Antirassismusarbeit vor Ort gehen.

Hintergrund

Für dieses digitale Projekt, das in Zusammenarbeit mit Dortmunder Partner*innen entsteht, wurde Rolf Abrahamsohns Geschichte ausgewählt: Der Zeitzeuge ist 1925 in Marl geboren. Er wurde 1942 über Dortmund nach Riga deportiert, überlebte 7 Konzentrations- und Arbeitslager und lebt heute mit 95 Jahren noch immer in seinem Elternhaus in Marl. 

Sein Sohn lebt in Dortmund und Rolf selbst ist Zeit seines Lebens Fan des BVB. Rolfs Wunsch ist es, dass seine Geschichte und die seiner ermordeten Familie nicht vergessen wird. Jahrelang hat er sie selbst an Kinder und Jugendliche weitergegeben. Dazu sagt er stets: »Wenn du von 50 Kindern nur eins erreichst und das versteht, dass Juden nicht besser oder schlechter sind als andere, dann hast du viel erreicht.« Mittlerweile fehlt Rolf dafür die Kraft. Alpträume und Flashbacks überfallen ihn, wenn er kurz vor einem Vortrag steht. An dieser Stelle übernehmen seit Jahren die Zweitzeug*innen des Vereins stellvertretend für ihn das Erzählen seiner Geschichte.

Vorgehen

Digitale Aufbereitung der Lebensgeschichte von Rolf Abrahamsohn anhand des »Herz-Kopf-Hand-Ansatzes« 

»Herz«: Mitgefühl wecken mittels multimedial aufbereiteter Lebensgeschichten

Die Gefühle der jungen Menschen sollen intuitiv angesprochen und Assoziationen ausgelöst werden. Texte und Audiodateien gewähren Einblicke in Gesprächssituationen während der ein*e Überlende*r seine Geschichte schildert. Zusammen mit hervorgehobenen Zitaten und den Klang der Stimme soll persönliche Nähe zu der*dem Überlebenden aufgebaut und ein atmosphärisches Gesamtbild des*der Zeitzeug*in erschaffen werden.

»Kopf« Dem bestehenden (Halb-)wissen einen Rahmen geben, tieferes Verständnis fördern und einen Übertrag ins Heute möglich machen 

Kinder und Jugendliche sollen über Themen wie den historischen und aktuellen Antisemitismus, die NS-Verfolgung verschiedener Gruppen und den Zweiten Weltkrieg lernen. Diese Anknüpfungspunkte werden in Form auswählbarer, verlinkter Informationsebenen, anregender interaktiver Aufgaben und einem Glossar mit weiterführende Informationen zu Fachbegriffen, wichtigen Daten, Ereignissen, Personen und Orten angeboten. Interaktive Aufgaben regen Kinder und Jugendliche außerdem zum Nachdenken an und unterstützen die Übertragung der aufgeworfenen Fragen in die eigene Lebenswelt.

»Hand« Durch eigene Aktivitäten die Rolle als Zweitzeug*in selbst gestalten

Die digitale Darstellung soll eine klare »Anleitung zum*r Zweitzeug*in« beinhalten. Auf der »Hand«-Ebene werden Kinder und Jugendliche schrittweise durch den Kennenlernprozess geführt und erschließen sich die Geschichten mittels der Angebote der »Kopf«-Ebene. Zudem wird erklärt und veranschaulicht, was es bedeutet, Zweitzeug*in zu sein. Die digitale Plattform ist im Gegensatz zu analogen Workshops nicht mehr zeitlich begrenzt und ermöglicht eine intensivere Auseinandersetzung mit der Thematik und einer Lebensgeschichte. Denn Kreativität und Ideen brauchen Zeit und Raum, um sich zu entwickeln und verwirklicht werden zu können. Begleitet vom Verein werden Kinder und Jugendliche dadurch ermutigt, ihre eigene Rolle innerhalb einer integrativen und toleranten Gesellschaft noch aktiver zu gestalten.

Zielgruppe

Das Projekt »Zweitzeug*innen4future« soll insbesondere Kinder und Jugendliche ab dem 12. Lebensjahr (7. Jahrgangsstufe) aus sozial benachteiligten Stadtteilen erreichen, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft und/oder anderen Benachteiligungen von traditionellen Bildungsangeboten unzureichend erreicht werden. Die Inhalte der digitalen Plattform sind für Kinder und Jugendliche jeden Geschlechts sowie unterschiedlicher Bildungs- und Migrationsbiografie ausgelegt. Während der Laufzeit sollen in einem begleiteten Format mindestens 50 bis 60 Kinder und Jugendliche teilnehmen, mit denen das Vorhaben gemeinsam getestet und evaluiert wird. Basierend auf den Ergebnissen wird die Plattform schließlich skaliert, um deutlich mehr Kinder und Jugendliche zu erreichen. 

Wir danken den Dortmunder Partner*innen für die Unterstützung und Möglichmachung dieses Projekts: 
Stadt Dortmund, Dortmund Stiftung, Ingrid und Reinhard Wederhake Stiftungsfond – Zukunft braucht Erinnerung, Signal Iduna

Teamvorstellung

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Was macht ZWEITZEUGEN e.V.?

Wir von ZWEITZEUGEN e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Workshops und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Antisemitismus zu machen. ZWEITZEUGEN e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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