
Erinnerung in Bewegung: Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf 2026
Zwei Wochen vor dem Lauf veranstalteten wir gemeinsam mit dem BVB-Lernzentrum (wie bereits im letzten Jahr) eine Heinrich-Czerkus-Themenwoche, bei der wir Schüler*innen von vier verschiedenen Schulen zu Zweitzeug*innen des Dortmunder Widerstandskämpfers Heinrich Czerkus gemacht haben. Dabei standen insbesondere die Themen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und das Erinnern daran im Vordergrund.
Freiwillige aus einer der teilnehmenden Klassen nahmen kurz darauf an einem weiteren Workshoptag im BVB-Lernzentrum teil, der der Vorbereitung des Stands beim Lauf diente. Dabei entstanden vielfältige kreative Ergebnisse: Die Schüler*innen des Goethe-Gymnasiums Dortmund gestalteten ein Graffiti-Banner zur Erinnerung an Heinrich Czerkus, ein Schild und entwarfen außerdem Sticker gegen Rassismus und für die Erinnerung.
Beim Gedächtnislauf am Karfreitag haben die Jugendlichen diese Arbeiten öffentlich an unserem ZWEITZEUGEN-Infostand präsentiert. Sie kamen mit Besucher*innen ins Gespräch, erklärten ihre Projekte und verteilten ihre Sticker. So wurde aus historischer Auseinandersetzung gelebte Erinnerungskultur.
Der Gedächtnislauf: Erinnern und Haltung zeigen
Kurz vor Kriegsende, im März und April 1945, wurden Heinrich Czerkus und Hunderte weitere Widerstandskämpfer*innen, Zwangsarbeiter*innen und Kriegsgefangene aus verschiedenen Ländern von der Gestapo ermordet. Der Gedächtnislauf setzt jedes Jahr ein klares Zeichen für ein friedliches, solidarisches und gewaltfreies Miteinander – im Stadion und darüber hinaus.
Der Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf wird von den NaturFreunden Dortmund-Kreuzviertel, Borussia Dortmund, dem Fan-Projekt Dortmund und dem BVB-Fanclub Heinrich Czerkus organisiert. Auch in diesem Jahr nahmen wieder mehrere hundert Menschen am Lauf teil.
Jedes Jahr am Karfreitag führt die Strecke vom Stadion Rote Erde über den Rombergpark bis zum Mahnmal in der Bittermark. Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad – die Teilnehmenden bewegen sich entlang eines Weges, der symbolisch für Erinnerung und Verantwortung steht.
Am Zielort findet im Anschluss stets eine städtische Gedenkveranstaltung statt, die den Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen gewidmet ist.
Erinnerung weitertragen
Das Schulprojekt zeigt, wie wichtig es ist, Geschichte nicht nur zu lernen, sondern aktiv weiterzugeben. Die Jugendlichen wurden zu Zweitzeug*innen: Sie tragen die Geschichten von Menschen wie Heinrich Czerkus weiter und machen ihre Bedeutung für die Gegenwart sichtbar.
Gerade im öffentlichen Raum, wie beim Gedächtnislauf, entsteht so ein lebendiger Dialog über Vergangenheit, Verantwortung und Zusammenhalt in der Gegenwart.
Der Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf verbindet Bewegung mit Erinnerung. Und er zeigt: Gedenken ist nicht nur Rückblick, sondern immer auch ein Auftrag im Heute.
Förderpartner
Gefördert wurde das Projekt durch die Dr. Ausbüttel GmbH & Co. KG.