
›Ich bin Zweitzeug*in von …‹ – Iris Berben trägt die Geschichte von Margot Friedländer weiter
Ein zentrales Gesicht der Kampagne ist die Schauspielerin Iris Berben. Sie erzählt die Geschichte der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer, einer der bekanntesten Zeitzeuginnen Deutschlands. Über Jahrzehnte hinweg prägte Margot Friedländer die Erinnerungsarbeit mit ihrer Stimme, ihrer Klarheit und ihrem unermüdlichen Engagement. Iris Berben war ihr viele Jahre persönlich verbunden – und gibt ihre Geschichte nun als Zweitzeugin weiter.
Die Kampagne verdeutlicht, was Zweitzeug*innenschaft heute bedeutet: die Erfahrungen der Überlebenden nicht als abgeschlossene Vergangenheit zu betrachten, sondern sie bewusst in das eigene Denken und Handeln zu integrieren. Gerade in einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeug*innen selbst berichten können, gewinnt dieses Weitertragen der Erinnerungen eine besondere gesellschaftliche Bedeutung.
Zweitzeug*innenschaft ist dabei keine stellvertretende Rolle, sondern eine bewusste Entscheidung für Verantwortung, demokratische Werte und Menschlichkeit sowie ein wirksames Mittel gegen Antisemitismus und Diskriminierung.
In ihrer Rolle als Zweitzeugin von Margot Friedländer bringt Iris Berben diese Haltung eindrucksvoll auf den Punkt:
»Erinnern heißt für mich: wach bleiben, zuhören und Verantwortung übernehmen. Die Geschichten der Überlebenden des Holocausts sind mehr als Zeugnisse einer grauenvollen Vergangenheit – sie sind Leitlinien für unser Handeln heute. Die Kampagne macht deutlich, dass Erinnerung nicht im Rückblick verharrt. Wenn wir diese Geschichten weitertragen, übernehmen wir Verantwortung für unsere Gegenwart und für eine Gesellschaft, die auf Demokratie, Vielfalt und Menschlichkeit gründet.«
Neben Iris Berben beteiligen sich unter anderem der Sportjournalist Marcel Reif, Sohn eines Holocaust-Überlebenden, der Wissenschaftsjournalist Mirco Drotschmann, die ehemalige Profi-Fußballerin Tuğba Tekkal und die Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva an der Kampagne. Sie stehen stellvertretend für eine neue Generation von Zweitzug*innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen.
Ab dem 27. Januar 2026 werden die Videobeiträge auf den digitalen ZWEITZEUGEN-Kanälen veröffentlicht. In Videobotschaften tragen die beteiligten Persönlichkeiten die Geschichten der Holocaust-Überlebenden weiter und machen sie für eine breite Öffentlichkeit sichtbar.
Mit der Kampagne ›Ich bin Zweitzeug*in von …‹ setzen wir die Auseinandersetzung mit der Erinnerung an den Holocaust im digitalen Raum fort und zeigen, wie persönliche Geschichten auch jenseits unmittelbarer Zeitzeu*innennschaft weitergegeben werden. Zugleich versteht sich die Initiative als Einladung an Menschen aller Generationen, selbst Zweitzeug*innen zu werden und Verantwortung für das Weitertragen dieser Erinnerungen zu übernehmen.