
Peer-to-Peer Projekt: Unsere Bannerausstellung an der Wolfhelmschule Olfen
Die Schüler*innen begründeten ihre Motivation für die freiwillige Teilnahme an der AG mit ihrem Interesse an den persönlichen (Über)Lebensgeschichten der Zeitzeug*innen. Darüber hinaus möchten sie sich aktiv für die Erinnerungskultur engagieren und ein Zeichen gegen den zunehmenden Rechtsextremismus in der heutigen Gesellschaft setzen.
Beim ersten AG-Treffen konnten sie ihr historisches Wissen zum Thema Nationalsozialismus, Antisemitismus und Holocaust vertiefen und sich anschließend mit den vier (Über)Lebensgeschichten beschäftigen, die in der Ausstellung gezeigt werden. Über Podcasts, Interview-Magazine und Arbeitsblätter erfuhren sie, wie die Zeitzeug*innen Henny Brenner, Dr. Leon Weintraub, Wolfgang Lauinger und Chava Wolf ihre Kindheit und die Zeit der Verfolgung erlebten, aber auch, wie sie ihr Leben nach 1945 gestalteten.
Beim zweiten AG-Treffen ging es dann um weitere Themenschwerpunkte, die in der Ausstellung behandelt werden und die eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen: So wurden die Kontinuität(en) von Antisemitismus aufgegriffen und mit einem Quiz überlegt, wie Antisemitismus heute erkannt und enttarnt werden kann. Anschließend setzten sich die Teilnehmenden mit ihrer persönlichen Identität auseinander und reflektierten Fremd- und Selbstzuschreibungen sowie deren gesellschaftliche Relevanz in der NS-Zeit und Heute. Darüber hinaus wurde über den Umgang mit Traumata gesprochen und anhand der Gemälde von Chava Wolf analysiert, wie die Zeitzeugin das Erlebte durch Kunst verarbeitete.
»Es war gut, dass wir nicht nur über die Vergangenheit sondern auch über Heute gesprochen haben.«
Das dritte und letzte AG-Treffen stand dann ganz im Zeichen des persönlichen Engagements: In Kleingruppen bereiteten die Teilnehmenden ihre Führungen durch die Ausstellung vor. Jede Gruppe entschied sich für eine (Über)Lebensgeschichte und die Vertiefung eines Themenschwerpunktes und überlegte sich geeignete Methoden, um die Führungen partizipativ und interessant zu gestalten.
»Es hat mir gefallen, dass die Projekttage so interaktiv waren.«
Ab dem 10. Juni war es dann soweit: Die mobile Bannerausstellung wurde im Foyer des Schulgebäudes in Olfen (und später Datteln) aufgestellt und die neuen Zweitzeug*innen führten ihre Mitschüler*innen des Jahrgangs 9 und interessierte offene Gruppen an verschiedenen Terminen bis zum 19. Juni durch die Ausstellung. Sie konnten direkt erleben, was aktive Zweitzeug*innenschaft heute bedeuten kann: Geschichten weitertragen, Verantwortung übernehmen, selbst aktiv werden.
Dieses Projekt entstand im Rahmen der Förderung durch die Postcode Lotterie.