Der Verein

Logo des ZWEITZEUGEN e.V.2010 als Studienprojekt entstanden ist ZWEITZEUGEN e.V. seit Februar 2014 ein eingetragener gemeinnütziger Verein (2014 bis Juni 2020 unter dem Namen HEIMATSUCHER e.V.). Vor allem aber sind wir das Zweitzeug*innenprojekt in der deutschen Bildungslandschaft und Erinnerungskultur. Über die persönlichen Erzählungen von Schoah-Überlebenden macht das Projekt Geschichte nachfühlbar und begreifbarer. Insbesondere junge Menschen verstehen die Bedeutung von Geschichte für ihr eigenes Leben erst durch die Begegnung mit einem Zeitzeug*innen. Doch Zeitzeug*innen werden nicht mehr lange sprechen können. Damit sie zukünftig nicht verstummen erzählen wir als Zweitzeug*innen ihre Geschichten über das Leben vor, während und nach dem Holocaust in Ausstellungen, Workshops und Magazinen sowie unserem Ausstellungskatalog weiter.

Aktuell (Stand Juni 2020) besteht ZWEITZEUGEN e.V. aus mehr als 200 Mitgliedern und ca. 100 Ehrenamtlichen. Aktuell beschäftigen wir neun Personen im Hauptamt (vier VZÄ): in der Geschäftsführung, in der Bildungsarbeit und im Fundraising. Der Verein ist in acht Teams strukturiert: Bildung, Ausstellungen und Veranstaltungen, Zeitzeug*innen, Interview-Aufbereitung, Fundraising, Interne Entwicklung, Kommunikation und Wissenschaftsarbeit.

Was macht ZWEITZEUGEN e.V.?

ZWEITZEUGEN e.V. ermutigt mit Holocaust-Überlebensgeschichten (junge) Menschen jeder Bildungsschicht dazu, sich vertieft mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander- und aktiv gegen Antisemitismus und Rassismus im Heute einzusetzen.

unsere-arbeit

Wir interviewen Überlebende der Schoah und bereiten ihre Geschichten auf verschiedene Weisen auf. Wir veröffentlichen sie in Magazinen, die käuflich erworben werden können, präsentieren sie in unserer Wanderausstellung, vor allem aber besuchen wir Schulklassen und Bildungseinrichtungen ab der 4. Jahrgangsstufe.

Überall tragen wir die Geschichten der Schoah für die Zeitzeug*innen weiter als Zweitzeug*innen. Denn wie Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel einmal sagte:

»Wir, die wir zuhören, können zu Zeugen werden.« Elie Wiesel

Unser didaktisches Konzept

Unsere didaktische Arbeit folgt dabei dem Ganzheitlichkeitsprinzip »Herz – Kopf – Hand«.

1. Herz: Den Kindern und Jugendlichen wird eine Identifikationsmöglichkeit mit einer*m Überlebenden geboten, indem dessen Lebensgeschichte von der Kindheit an bis in die Gegenwart erzählt wird.

2. Kopf: Die Kinder und Jugendlichen erkennen aus den Überlebensgeschichten heraus Mechanismen der Ausgrenzung.

3. Hand: Die Kinder und Jugendlichen werden ermutigt, selbst aktiv gegen Rassismus und Vorurteile zu werden.

Nachdem ZWEITZEUGEN e.V. eine Überlebensgeschichte erzählt, erhalten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit selbst zu Zweitzeug*innen zu werden, in dem sie sich intensiv mit einer Überlebensgeschichte befassen. Am Ende eines Schulbesuchs können die Kinder und Jugendlichen den Überlebenden einen Brief schreiben, in dem sie ihre Gedanken und Emotionen niederschreiben.

Welche Wirkung hat ZWEITZEUGEN e.V.?

Geschichte wird über Identifikation und Mitgefühl persönlich bedeutsam: Die Lebensgeschichten beginnen in einer normalen Kindheit und Jugend. Wir erzählen von den Überlebenden und bieten so Identifikationsmöglichkeiten für jedes Alter.

Vorbilder ermutigen, gegen Rassismus aktiv zu werden. Die Geschichten der Zeitzeug*innen zeigen eindrücklich, dass sich der Einsatz gegen rassistische Ideologien lohnt. Sie werden zu Vorbildern, die die Schüler*innen aus dem Schrecken des Holocaust bis in die Gegenwart führen und dazu ermutigen, Gefühle in Taten umzusetzen: Die Schüler*innen werden zu Zweitzeug*innen. Sie geben selbst die Geschichten aktiv weiter. Insbesondere die Briefe an die Überlebenden zeigen immer wieder eindrücklich, dass die Schüler*innen keinen Unterschied zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen, Hautfarbe oder Herkunft machen.

 

Was macht ZWEITZEUGEN e.V.?

Wir von ZWEITZEUGEN e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Workshops und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Antisemitismus zu machen. ZWEITZEUGEN e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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