
HOLO-VOICES eröffnet: Wir gestalten das Lernen am Erinnerungsort
Über 500 Gäste nahmen an der Eröffnung teil – darunter die Holocaust-Überlebenden Eva Weyl und Wolfgang Polak. Ihre Anwesenheit verlieh dem Tag eine besondere Tiefe und machte spürbar, worum es bei HOLO-VOICES geht: um das Zuhören, das Weitererzählen und um Verantwortung im Heute.
Mit HOLO-VOICES werden die Erfahrungsberichte von Überlebenden des Holocausts dauerhaft gesichert und für die Bildungsarbeit zugänglich gemacht. Fotorealistische Hologrammen und Künstliche Intelligenz ermöglichen es Besucher*innen, Fragen stellen und originale Antworten aus den zuvor geführten Zeitzeug*innen-Interviews zu erhalten. So entsteht eine dialogische Begegnung, die auch künftigen Generationen offensteht.
Unser Beitrag: Bildung, Begegnung und Einordnung
Als ZWEITZEUGEN e. V. haben wir das Projekt von Beginn an inhaltlich-pädagogisch begleitet und setzen die Bildungsarbeit vor Ort um. Unser Anliegen ist es, die Begegnung mit den digitalen Zeitzeugnissen gemeinsam mit jungen Menschen und Erwachsenen einzuordnen, zu reflektieren und weiterzudenken.
Unser kostenfreies Vermittlungsprogramm richtet sich an Schulklassen und Jugendgruppen weiterführender Schulen sowie an Erwachsene und Multiplikator*innen.
Die Angebote verbinden HOLO-VOICES mit historischen Kontexten, biografischem Lernen und Fragen nach Verantwortung in der Gegenwart. Je nach Bedarf sind separate oder kombinierte Formate möglich – in Verbindung mit weiteren Ausstellungen am Ort.
›Unter Tage. Unter Zwang.‹ – NS-Zwangsarbeit sichtbar machen
Teil des Lern- und Erinnerungsortes ist auch die Ausstellung ›Unter Tage. Unter Zwang.‹, eine Ausstellung von ZWEITZEUGEN e.V. in Kooperation mit dem Ruhr Museum und der RAG-Stiftung. Sie widmet sich der NS-Zwangsarbeit im Ruhrbergbau und rückt ein Kapitel der Geschichte in den Mittelpunkt, das lange ignoriert wurde und beispielsweise auch im schulischen Lehrplan keinen Platz hat.
Die Ausstellung erzählt anhand persönlicher Biografien von Ausgrenzung, Ausbeutung und Gewalt, aber auch von der späten Aufarbeitung nach 1945. Interaktive Elemente laden dazu ein, eigene Fragen zu entwickeln und Bezüge zur Gegenwart herzustellen. Unsere pädagogischen Angebote bieten Raum für Austausch und eine vertiefende Auseinandersetzung.
›Frag nach!‹ – Biografische Perspektiven
Ergänzt wird HOLO-VOICES außerdem durch die Ausstellung ›Frag nach!‹ des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek. Sie widmet sich den Lebensgeschichten der Holocaust-Überlebenden Dr. Inge Auerbacher und Dr. Kurt Salomon Maier.
Für den Erinnerungsort auf der Zeche Zollverein wurden die Interviews eigens für das Projekt adaptiert und in eine neue mediale Form als sogenannte Halbhologramme überführt. Auch ›Frag nach!‹ kann einzeln oder in Kombination mit HOLO-VOICES und ›Unter Tage. Unter Zwang.‹ im Rahmen von kostenfreien Führungen und Workshops besucht werden. Der individuelle Besuch ist täglich von 12 bis 18 Uhr möglich und ebenfalls kostenfrei.
Besuch & Vermittlung am Erinnerungsort
Das Projekt HOLO-VOICES mit ›Unter Tage. Unter Zwang.‹ und ›Frag nach!‹ ist täglich von 12 bis 18 Uhr in Halle 8 frei zugänglich.
Darüber hinaus bieten wir ein pädagogisch begleitetes Vermittlungsprogramm an. Unsere Führungen und Workshops richten sich an Schulklassen und Jugendgruppen (ab weiterführender Schule) und ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten und Fragestellungen der Ausstellungen.
Zusätzlich bieten wir öffentliche Führungen für Erwachsene an, die ohne vorherige Anmeldung besucht werden können (frühes Erscheinen empfohlen, 30 Personen pro Gruppe). Die aktuellen Termine sind hier zu finden.
Buchung von Führungen und Workshops unter: www.holo-voices.de
Weitere Zusatzformate sind in Planung.
Hinweis zur Buchung
Wir freuen uns sehr über das große Interesse an unseren Führungen und Workshops.Wir bitten um Verständnis dafür, dass die Bearbeitung der Anfragen nach den Kapazitäten unseres Teams erfolgt. Alle Anfragen werden so zeitnah wie möglich beantwortet.
Wir laden alle Interessierten ein – zum Begegnen, Fragen, Weitersagen.
Ihre Ansprechpartnerin
Ariane Olek
Bereichsleitung Ausstellungen
a.olek@zweitzeugen.de
Telefon: 0178 2046859 • 0221 42364913
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