Zweitzeug*innen im Fußball

Ab August 2020 bieten wir zusammen mit den Lernzentren der Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB-Lernzentrum) und Borussia Mönchengladbach (Bildungspark MG) regelmäßig »Zweitzeug*innen«-Workshops für Kinder und Jugendliche am Lernort Stadion an.

Zweitzeug*innen im Fußball ist ein Gemeinschaftsprojekt von ZWEITZEUGEN e.V., dem BVB-Lernzentrum und dem Bildungspark MG – gefördert von der Aktion Mensch.

Über das Projekt

Hintergrund

Offen demonstrierter Antisemitismus und rechtsextremistische Provokationen sind im Fußball präsenter denn je. In der Vergangenheit gab es wiederholt diskriminierende Schmähungen und Mannschaften bzw. Spieler, die nach Anfeindungen das Spielfeld verlassen haben. Für eine demokratische, offene und vielfältige Gesellschaft sind solche Ereignisse ein ernüchternder Befund und zugleich unser Ansporn, gemeinsam mit unseren Partner*innen, offensiv gegen alle Formen von Hass und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft vorzugehen.

Ziel

Unser gemeinsames Ziel ist, Kinder und Jugendliche mithilfe von Holocaust-Überlebensgeschichten für Auswirkungen von Antisemitismus und Rassismus zu sensibilisieren und gemeinschaftlich mit ihnen zu erarbeiten, wie sie sich für eine demokratische Gesellschaft und humanitäre Werte einsetzen können. Hier werden gemeinsam Formate entwickelt, mit denen wir Erinnerung als Zweitzeug*innen gestalten. Wir? Das heißt jede*r Einzelne von uns – ob in der Schule, in der Freizeit, auf dem Pausenhof oder im Fußballstadion.

Demokratiebildung direkt in den Lernzentren der großen Fußballstadien

Jugendgruppen und Schulklassen sind herzlich eingeladen Zweitzeug*innen-Workshops in den Räumlichkeiten der Lernzentren, mitten in den Fußballstadien, zu besuchen. Die Workshops werden von unseren geschulten Mitarbeiter*innen durchgeführt und erstrecken sich über einen Zeitraum von vier Stunden (inkl. Pausen). Die Aufsichtspflicht von Jugendgruppen/Schulklassen obliegt der Lehrkraft, die Anzahl der Teilnehmer*innen ist aus organisatorischen Gründen auf eine Klassengröße (circa 30 Personen) begrenzt. Aufgrund der aktuellen Situation können in Dortmund aktuell nur bis zu neun Jugendliche und 1-2 Betreuer*innen teilnehmen. Die Workshops werden von der Aktion Mensch finanziert. Für die Teilnahme fallen keine Kosten an.

Hier könnt Ihr mehr über den Hintergrund und die Ziele des Projekts lesen!

Workshoptermine im Überblick

Standort BVBStandort BMG
14.08.202020.082020
17.08.202027.08.2020
26.08.202007.09.2020
02.09.202017.09.2020
11.09.202024.09.2020
14.09.202029.09.2020
23.09.202008.10.2020
30.09.202029.10.2020
27.10.202004.11.2020
03.11.202011.11.2020
09.11.202019.11.2020
18.11.202026.11.2020
24.11.202003.12.2020
02.12.202007.12.2020
08.12.202017.12.2020
15.12.2020

Die Zweitzeug*innen-Workshops finden an beiden Standorten von 9 bis 13 Uhr statt.

In Mönchengladbach können die Teilnehmer*innen anschließend an einer einstündigen Stadionführung durch den Borussia Park teilnehmen (Schluss um 14 Uhr). Auch im Dortmunder Stadion, dem Signal Iduna Park, sind die Teilnehmenden herzlich zu einer Stadionführung eingeladen. Diese findet dann an einem zweiten Termin statt, verbunden mit einem geselligen Rudelgucken der BVB-Auswärts-Partie im BVB-Lernzentrum. 

Weitere Informationen gibt es auf Facebook, Instagram und über unseren Newsletter.

Zielgruppe

Wir freuen uns auf rege Teilnahme verschiedenster Gruppen. Erwachsene können sich bei Interesse bei Simon Jüntgen (s.juentgen@zweitzeugen.de) melden. Die hier aufgeführten Workshop-Termine richten sich an Kinder und Jugendliche ab dem 10. Lebensjahr/der 4. Jahrgangsstufe und ausdrücklich auch an Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf und/oder die Deutsch als Zweit- bzw. Fremdsprache erlernen. Für eine Anmeldung von Schul-/Jugendgruppen bitten wir um Ausfüllung unserer Anmeldungsmaske.

Methodik

Für die Bildungsarbeit mit Kindern ab zehn Jahren setzen wir auf das (auch für diese junge Zielgruppe) bewährte und mehrfach ausgezeichnete didaktische Konzept von ZWEITZEUGEN e.V. Wir erzählen von Begegnungen mit den Überlebenden und deren Lebensgeschichten, um einen niedrigschwelligen Zugang zur Vergangenheit zu schaffen. Dies wird u.a mit dem »Kopf-Herz-Hand«-Ansatz gefördert: 1. Herz (Emotionaler Zugang); 2. Kopf (Verständnis & Übertrag ins Heute); 3. Hand (Selbst aktiv werden).

Anmeldung zum Workshop

Schreibt uns für die Anmeldung eine Mail mit vollständigen Kontaktinformationen, Eurer Schule, Jahrgang/Klasse, Adresse und Wunschtermin oder ruft uns an. Wenn Ihr einen Termin aus Gründen absagen möchtet, meldet Euch bitte rechtzeitig, damit wir noch (um-)disponieren können. Danke!

Unsere Workshops finden unter den aktuellen Hygienestandards planmäßig statt. Sollten wir in der Zukunft zu einer anderen Einschätzung kommen, werden wir dies umgehend an alle Teilnehmenden kommunizieren.

Über folgende Maske erfolgt die Anmeldung zu den Zweitzeug*innen-Workshops in Dortmund oder Mönchengladbach. Hier können unter der Terminauswahl Wunschtermine markiert werden. Wir bitten um Verständnis, dass eine verbindliche Anmeldung erst durch einen nachfolgenden E-Mail-Austausch zustande kommt. Sollten Termine ausgebucht sein, wird eine Warteliste in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldung erstellt. Sobald möglich, informieren wir Euch über Terminalternativen. 

Teamvorstellung

Simon Jüntgen

Glück auf, ich bin Simon, Euer Ansprechpartner für Workshop-Anfragen! Für mich hat der Fußball seit meiner Kindheit sowohl auf, als auch neben dem Platz einen großen Stellenwert und prägte mich nicht nur sportlich, sondern vor allem auch sozial. Im Studium untersuchte ich in explorativen Studien, wie Fußball-Bundesligisten ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und als wissenschaftlicher Mitarbeiter durfte ich das Fußballprojekt »Refugees United« der Arbeitsgruppe »Flucht, Asyl und Integration« aktiv mitgestalten. Ich freue mich sehr mit dem Projekt »Zweitzeug*innen im Fußball« Kinder und Jugendliche darin zu bestärken, ein Bewusstsein für demokratische Werte zu entwickeln und sich aktiv gegen Rassismus einzusetzen.

Max am Mihr

Hey, ich bin Max, und werde Euch mit durch die Workshops führen. Seit Jahren forsche und arbeite ich in den Bereichen der Erinnerungskultur und der Holocaust Education. Ich hoffe, dass wir durch dieses neue Projekt noch mehr Kinder und Jugendliche dazu anregen können, aktiv Erinnerungskultur mitzugestalten. Ob in der Schule, in der Freizeit oder im Alltag: Diskriminierungsmechanismen müssen rechtzeitig erkannt und von Beginn an zurückgewiesen werden. Durch die persönliche Weitergabe der Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden können wir Kinder und Jugendliche Ziel- und Altersgruppen gerecht an diese komplexe Thematik heranführen. Für Rassismus und Antisemitismus gibt es keinen Platz, weder auf der Straße, noch im Fußballstadion.

Ruth-Anne Damm

Hi, ich bin Ruth-Anne, Mitgründerin und Teil der Geschäftsführung von ZWEITZEUGEN e.V.. Lange habe ich davon geträumt, dass wir das Projekt »Zweitzeug*innen im Fußball« ins Leben rufen können. Und jetzt ist es endlich so weit. Ich leite das Projekt und bin Ansprechpartnerin für generelle Fragen, Kooperationen und Visionen. Hauptberuflich habe ich in den vergangenen Jahren sowohl im Fußball- sowie im gemeinnützigen Bildungssektor gearbeitet. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam viel bewegen können. Gerade im Fußball: Ich liebe die Begeisterung, Kraft und das Füreinander auf dem Platz und in den Fangemeinschaften. Lasst es uns nutzen: für ein wertschätzendes und empathisches Miteinander!

Was macht ZWEITZEUGEN e.V.?

Wir von ZWEITZEUGEN e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Workshops und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Antisemitismus zu machen. ZWEITZEUGEN e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

Du möchtest unser Projekte gerne unterstützen?

Es gibt viele Wege uns zu helfen und eine tolerante Gesellschaft mitzugestalten: Hilf uns

Spenden