
Erinnern, Lernen, Verantwortung übernehmen: Unser Jahr 2025
2025 war für uns ein Jahr großer Nachfrage und großer Wertschätzung. Mit 574 Workshops – quasi täglich mindestens einem ZWEITZEUGEN-Bildungsprojekt irgendwo in Deutschland – haben wir so viele Menschen erreicht wie nie zuvor. Seit unserer Gründung nahmen damit mehr als 106.000 Menschen an unseren Formaten teil, darunter über 53.000 Kinder und Jugendliche, oft in mehrtägigen Bildungsformaten. Das bedeutet uns viel. Wir sind dankbar für alle, die zuhören, Fragen stellen, sich von Geschichte(n) berühren lassen und ZWEITZEUGEN-Bildung an ihren Schulen, in ihrem Unternehmen, ihren (Fußball-)Lernorten und Institutionen möglich machen.
»Dieses Jahr hat uns daran erinnert, dass Erinnerung nichts Abgeschlossenes ist. Sie entsteht immer wieder neu – in Gesprächen, in Fragen, in dem Mut, sich auseinanderzusetzen.«
Inhaltlich haben wir unsere Bildungsarbeit weiterentwickelt und antisemitismuskritisch geschärft. Wir haben neue Räume eröffnet – analog, digital und im öffentlichen Raum. Unsere Wanderausstellung tourte ohne Pause durch Deutschland und wurde gemeinsam mit Jugendlichen barriereärmer weiterentwickelt. Braille-Beschriftungen, Audiodeskriptionen und ein taktiles Leitsystem zeigen: Erinnerungskultur ist nur dann wirksam, wenn sie für alle zugänglich ist. Und auch mit der Plattform Wir sind Zweitzeug*innen, neuen Begegnungsformaten wie dem Soccer Science Day und unserer Arbeit im Sport wird deutlich: Erinnerung lebt von Beteiligung aller.
Auch besondere Auszeichnungen haben uns 2025 erreicht. Ein Höhepunkt zum Jahresende war die Auszeichnung unserer Mitgründerin und Geschäftsführerin Ruth-Anne Damm als ›Sozialunternehmerin des Jahres 2025‹ durch das Handelsblatt. Die Jury würdigte unsere Arbeit als Beispiel für wirksame Erinnerungskultur – verstanden als Verantwortung für die Gegenwart. Zudem wurde unsere Gründerin Sarah Hüttenberend von der Bundeszentrale für politische Bildung als ›Botschafterin für Demokratie und Toleranz 2025‹ geehrt. Eine große Anerkennung für sie und unseren gesamten Verein.
Gleichzeitig war 2025 auch ein Jahr des Abschieds. Margot Friedländer und Tamar Dreifuss bleiben mit ihren Stimmen und Vermächtnissen Teil unserer Arbeit. Wir vermissen sie sehr.
Mit Blick auf 2026 richtet sich unser Fokus auf HOLO-VOICES. Auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein entsteht ein innovativer Erinnerungsort, an dem wir die Bildungsarbeit übernehmen und die Ausstellung ›Unter Tage. Unter Zwang.‹ zusammen mit dem RuhrMuseum kuratieren. Die Eröffnung ist am 27. Januar 2026. Wir sind sehr gespannt und voller Vorfreude, uns mit neuen Formen und technologischen Chancen der Erinnerungskultur auseinanderzusetzen – insbesondere im Austausch mit jungen Menschen.
Das tun wir mit voller Kraft, getragen von unserem engagierten Team und einem starken Netzwerk. Danke an alle, die uns begleiten und unterstützen. Zusammen halten wir Erinnerung lebendig.
Auch im nächsten Jahr bieten sich verschiedene Möglichkeiten, uns zu unterstützen (erzählt es gerne weiter):
- durch Fördermitgliedschaften,
- die Weitergabe unserer Interview-Magazine
- oder Spenden, mit denen Bildungsangebote und Räume für Austausch ermöglicht werden.
Vielen Dank für das Vertrauen und die Verbundenheit. Gemeinsam schaffen wir Orte, an denen Menschen zuhören, lernen und miteinander ins Gespräch kommen.
Herzliche Grüße
Euer Vorstand & die Geschäftsführung